SEO

Website-Optimierung für Großunternehmen #3: Mehrsprachiges SEO

Harsha Annadurai · 12. April 2019 · 10 Min. Lesezeit

„Website-Optimierung für Enterprises“ ist eine Reihe, die Marketing- und SEO-Verantwortlichen zeigt, wie sich Enterprise-Websites für Local SEO optimieren lassen.

In Teil eins dieser Reihe ging es um Domain-Entscheidungen für Local SEO, gefolgt von passenden URL-Strukturen für Enterprise Local SEO in Teil zwei. In diesem Beitrag werfen wir einen genaueren Blick auf mehrsprachiges SEO.

Beginnen wir mit einer einfachen Frage.

Beeinflussen Sprachen das Local SEO meiner Website?

Kurze Antwort: Ja.

Google hat bestätigt, dass mehrsprachige Seiten bei multiregionalen Websites die Suchmaschinenoptimierung verbessern können. Tatsächlich bietet Google sogar detaillierte Richtlinien zu Best Practices für die Website-Lokalisierung in regionalen Sprachen. Für Google steht eine erstklassige Nutzererfahrung an erster Stelle – genau darauf sollten Sie sich konzentrieren. Alles, was die User Experience verbessert, ist ein potenzieller Rankingfaktor für die lokale Suche.

Das liegt vor allem daran, dass Nutzer aus nicht-englischsprachigen Ländern und Regionen meist in ihrer Muttersprache suchen. Wenn Sie Ihre Website für diese lokalen Begriffe und Phrasen optimieren, steigen Ihre Chancen, für die relevanten Ziel-Keywords zu ranken. Zudem bringt die Ausrichtung auf regionale Sprachen noch weitere Vorteile mit sich.

Mehrsprachigkeit zahlt sich also für Ihr Local SEO aus. Doch wo fangen Sie am besten an?

Bevor es losgeht, sollten Sie als Schritt null prüfen, ob sich der Aufbau einer mehrsprachigen Website für Sie zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt lohnt.

Braucht mein Unternehmen eine mehrsprachige Website?

Der schnellste Weg zu dieser Antwort führt über eine genaue Analyse Ihrer Zielgruppe.

Meistens haben Sie bereits ein klares Bild davon, welche Demografie Sie ansprechen – vor allem, wenn Ihr Unternehmen in mehreren Ländern oder Regionen aktiv ist. Um jedoch genau zu sehen, welche Sprachen Ihre Zielgruppe spricht und in welchen sie sucht, reicht oft schon ein Blick in Google Analytics – das dauert keine Minute.

Öffnen Sie Ihr Google Analytics-Konto und klicken Sie in der Seitenleiste auf Zielgruppe > Geografie > Sprache, um die bevorzugten Sprachen Ihrer Besucher zu prüfen.

Unter Zielgruppe > Geografie > Standort sehen Sie zudem, aus welchen Ländern Ihr Website-Traffic stammt. Ein Klick auf ein Land zeigt Ihnen eine genauere Aufschlüsselung nach Region oder Bundesland.

Website Optimization Using Languages

Sie können sogar noch tiefer einsteigen und mit Google Analytics analysieren, wie viel Umsatz Sie in den einzelnen Ländern generieren (stellen Sie vorab sicher, dass E-Commerce- und Umsatz-Tracking eingerichtet sind).

So erkennen Sie schnell, ob sich mehrsprachiges SEO für Ihre Website lohnt. (Mehr darüber, wie Sie Google Analytics für Ihr Enterprise-Unternehmen optimal nutzen, erfahren Sie hier!)

Wenn über 90 % Ihres Traffics aus dem englischsprachigen Raum stammen, lohnt es sich meist kaum, alle Ressourcen in die Optimierung für lokale Sprachen zu stecken (dieser Wert variiert je nach Branche und Geschäftsmodell). Diese Infografik veranschaulicht, wie Sie das genauer analysieren können.

Stellen Sie jedoch fest, dass ein erheblicher Anteil Ihres Website-Traffics aus nicht-englischsprachigen Ländern oder Regionen kommt, ist die Optimierung für diese regionalen Sprachen ein logischer Schritt.

Durch gezielte Website-Lokalisierung ranken Sie für relevantere lokale Keywords und steigern so Ihren organischen Traffic nachhaltig.

Dieser Leitfaden hilft Ihnen Schritt für Schritt dabei, Ihren Workflow für mehrsprachiges SEO zu strukturieren.

Website-Lokalisierung mit mehrsprachigem SEO

Schritt 1: Content übersetzen

Wenig überraschend beginnt jede Website-Lokalisierung mit der Übersetzung Ihrer Inhalte. Das führt uns direkt zum ersten großen No-Go.

Übersetzen Sie Ihre Website-Inhalte keinesfalls mit Tools wie Google Translate.

Wie Matt Cutts bestätigt hat, straft Google Seiten ab, die rein maschinell übersetzte oder automatisch generierte Inhalte nutzen. Für Ihr Local SEO ist das fatal. Denn Google legt größten Wert auf eine erstklassige User Experience – und ungeprüfte Maschinenübersetzungen führen fast immer zu schlechter UX.

Wenn Sie Ihre Website lokalisieren möchten, arbeiten Sie mit einem Team aus Native Speakern. Sie können diese Aufgabe an eine Agentur für Fachübersetzungen auslagern oder Plattformen wie ProZ nutzen.

Verschwenden Sie keine Ressourcen darauf, sofort Ihre gesamte Website auf einmal zu übersetzen. Viele international tätige Unternehmen vertreiben in bestimmten Regionen nur einen Teil ihres Portfolios. In solchen Fällen ist es sinnvoller, zunächst nur die relevanten Bereiche für den jeweiligen Markt zu übersetzen.

Schritt 2: Zurück zu den URLs

Sobald die Übersetzungen stehen, stellt sich die Frage: Wo hosten Sie die lokalisierten Seiten am besten?

Es kommt darauf an, dass die übersetzten Seiten genau die richtige Zielgruppe erreichen. Damit Suchmaschinen das erfassen können, stehen Ihnen Subdomains, Unterverzeichnisse (Subfolder) oder länderspezifische ccTLDs zur Verfügung.

Sehen wir uns alle drei Varianten an Beispielen an.

Unterverzeichnisse (Subfolder/Subdirectories) nutzen

Ein Beispiel für Unterverzeichnisse: Die US-englische Version liegt unter „https://example.com/en-us/product1“ und die französische Version unter „https://example.com/fr-fr/product1“.

Unterverzeichnisse sind schnell eingerichtet und erfordern kaum Wartungsaufwand, bieten jedoch nicht immer die effektivste Form des Geo-Targetings.

Subdomains nutzen

Alternativ können Sie Subdomains einsetzen: Die US-englische Version hosten Sie dann unter „https://us.example.com/product1“ und die französische Version unter „https://fr.example.com/product1“.

Subdomains lassen sich einfach anlegen und helfen dabei, Ihre Website übersichtlich zu segmentieren.

ccTLDs nutzen

Mit ccTLDs hosten Sie die US-Version unter „https://example.us/product1“ und die französische Version unter „https://example.fr/product1“.

ccTLDs sind die stärkste Option für ein klares Geo-Targeting, bedeuten jedoch mehr Verwaltungsaufwand und höhere Kosten.

Google widmet den Vor- und Nachteilen der einzelnen Methoden einen eigenen Leitfaden. Schauen Sie dort rein, bevor Sie entscheiden, wie Sie Ihre übersetzten Webseiten strukturieren.

Mehr zur Optimierung von URL-Strukturen für Enterprise Local SEO erfahren Sie in diesem Beitrag.

Schritt 3: hreflang einsetzen

Sobald die regionalen Versionen auf Ihrer Website integriert sind, müssen Sie zwei Dinge sicherstellen:

  1. Suchmaschinen müssen erkennen, dass Ihre Website mehrsprachig ist und Nutzern in den jeweiligen Regionen die passende Version angezeigt wird.
  2. Suchmaschinen müssen verstehen, dass es sich bei den übersetzten Seiten nicht um Duplicate Content handelt.

Manchmal lösen sich diese Probleme von selbst, für optimale Ergebnisse sollten Sie hier jedoch am Ball bleiben. Zum Glück gibt es eine bewährte Lösung (30 Common Local SEO Problems & Its Fix) für beide Probleme. Und genau hier kommt hreflang ins Spiel.

Was ist hreflang?

Mit dem hreflang-Attribut teilen Sie Suchmaschinen explizit mit, welche Sprache auf Ihrer Webseite verwendet wird. So können Suchmaschinen genau die passende (übersetzte) Version Ihrer Website ausspielen, wenn jemand eine Suchanfrage in dieser Sprache stellt.

Wie binde ich das hreflang-Attribut auf meiner Website ein?

Die Standardsyntax für hreflang auf Webseiten lautet:

Keine Sorge, das ist weniger technisch, als es aussieht. Wir schlüsseln das für Sie auf.

link rel=“alternate”

Dieser Teil des Codes signalisiert Suchmaschinen lediglich, dass es alternative Versionen dieser Seite gibt. Ganz unkompliziert.

href=”https://examplewebsite.com

Dieser Code-Abschnitt gibt an, welche Version der Website für welche Zielgruppe ausgespielt werden soll. Wenn Sie beispielsweise möchten, dass https://examplewebsite.com/en-us/ für das englischsprachige Publikum in den USA und https://examplewebsite.com/fr-fr/ für die französischsprachige Zielgruppe in Frankreich erscheint, fügen Sie die folgenden Codezeilen auf den beiden Webseiten ein:

Im Code-Bestandteil hreflang=”en-us” steht „en“ für die bevorzugte Sprache der Nutzer, während „us“ die geografische Region angibt. Das bedeutet: https://examplewebsite.com/en-us/ wird nur für englischsprachige Nutzer in den USA angezeigt.

Mit folgendem Code-Schnipsel können Sie Suchmaschinen mitteilen, dass für alle anderen englischsprachigen Nutzer „https://examplewebsite.com/“ die bevorzugte Version ist:

Beachten Sie, dass Länderkürzel wie „us“, „fr“ etc. im hreflang-Attribut dem Format ISO 639-1 folgen müssen. Abweichende Werte stufen Suchmaschinen als ungültig ein.

Zudem wird das hreflang-Attribut nur von Google und Yandex unterstützt. Für andere Suchmaschinen können Sie stattdessen dieses Meta-Tag nutzen:

meta http-equiv=“content-language” content=“en-gb”

In diesem Artikel von Aleyda Solis wird hreflang ausführlich erklärt. Um sich die Arbeit zu erleichtern, können Sie auch dieses kostenlose hreflang-Generator-Tool nutzen.

Schritt 4: Anpassungen an der Benutzeroberfläche

Bei Zielgruppen gibt es immer Sonderfälle: Eine französische Nutzerin sucht in Spanien auf Google nach Begriffen auf Englisch und landet auf der US-englischen oder spanischen Version Ihrer Website – möchte die Seite aber vielleicht lieber auf Französisch lesen.

Damit Nutzer flexibel zwischen Sprachen wechseln können, sollten Sie auf allen Seiten (oder zumindest den übersetzten Versionen) ein entsprechendes Bedienelement integrieren. Sie kennen das sicher von vielen Websites: kleine Länderflaggen oder eine Option zum Wechseln der Sprache.

Etwa so:

Website Optimization Using Languages 2

Dadurch öffnet sich ein Pop-up oder eine Weiterleitung auf eine Seite wie diese.

Website Optimization Using Languages 3

Dieses Element ist entscheidend, da es Nutzern die volle Kontrolle über die Sprache gibt. Sie können nie zu 100 % wissen, welche Sprache jemand bevorzugt – geben Sie Ihrer Zielgruppe also die Wahl.

Das kann auch die Verweildauer deutlich steigern – und das zahlt sich direkt für Ihre Website und Ihr SEO aus.

Schritt 5: Erfolge messen

Das ist im Grunde schon alles! Sobald Sie die Lokalisierung Ihrer Unternehmenswebsite abgeschlossen haben, sollten Sie die Auswirkungen auf Ihren Traffic analysieren. Prüfen Sie, ob die durchschnittliche Verweildauer von Besuchern aus den jeweiligen Sprachregionen gestiegen ist und wie sich die Zugriffe aus verschiedenen Teilen der Welt entwickeln.

Den tatsächlichen Einfluss eines Projekts auf das Unternehmenswachstum zu messen, ist unverzichtbar. Den Aufwand zu betreiben, ohne den Nutzen zu überprüfen, verschenkt wertvolles Potenzial.

Damit Sie die wichtigsten Dos and Don’ts für Local SEO mit mehreren Sprachen immer im Blick behalten, haben wir eine kurze Checkliste für Ihr Projekt zusammengestellt.

Local SEO und Sprachen – Best Practices

Die Dos:

  • Starten Sie immer mit einer Analyse, um zu prüfen, ob eine mehrsprachige Website tatsächlich sinnvoll ist
  • Nutzen Sie für Sprach- und Regionsangaben in Ihren hreflang-Attributen immer das ISO 639-1-Format
  • Bieten Sie Nutzern auf allen Seiten die Möglichkeit, Region und Sprache selbst zu wählen

Die Don’ts

  • Verwenden Sie niemals rein maschinell übersetzte Inhalte auf Ihren Webseiten
  • Nutzen Sie niemals URL-Parameter wie „https://examplesite.com?loc=fr“ für Ihre übersetzten Seiten

Damit sind wir am Ende unseres Beitrags dazu, wie Unternehmen ihre Website mit Mehrsprachigkeit für Local SEO optimieren können. Im vierten und letzten Teil unserer Reihe widmen wir uns dem On-Page Local SEO und zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Website für Top-Platzierungen in lokalen Suchergebnissen optimieren. Abonnieren Sie unseren Blog-Newsletter, um den letzten Teil direkt in Ihr Postfach zu bekommen!

Harsha Annadurai

Harsha Annadurai arbeitet als Inbound Marketer bei <a href="https://www.synup.com/">Synup</a>. Seine große Leidenschaft für Musik und Fußball lässt viele vermuten, dass er in einem früheren Leben eine Jukebox in einem Fußballstadion war. Sie können ihm auf Twitter unter <a href="https://www.twitter.com/harshaannadurai">@harshaannadurai</a> folgen.

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