Website-Optimierung für Großunternehmen #2: Optimierung der URL-Struktur
„Website-Optimierung für Unternehmen“ ist eine Reihe, die Marketingverantwortlichen und SEO-Experten zeigt, wie sich Enterprise-Websites für Local SEO optimieren lassen.
In Teil 1 dieser Reihe haben wir analysiert, wie Single-Domain- und Multi-Domain-Websites bei Local SEO abschneiden. In diesem Beitrag schauen wir uns genauer an, wie sich Ihre URLs auf das Local SEO Ihrer Website auswirken.
Wie wirken sich URLs auf Local SEO aus?
Keywords als Ranking-Signal
Keywords in der Seiten-URL sind ein bestätigtes (wenn auch kleines) Ranking-Signal. Sie helfen Suchmaschinen zu verstehen, worum es auf einer Webseite geht. Jede namhafte Onpage-SEO-Checkliste für Local SEO beginnt mit der Optimierung lokaler Keywords in Title-Tags, Meta-Descriptions und der URL-Struktur – und das aus gutem Grund.
Nutzererlebnis
Das ist ein indirekter Faktor, der sich jedoch langfristig auf Ihr SEO auswirkt. Eine optimierte URL-Struktur hilft Nutzern, den Inhalt einer Seite sofort zu erfassen. Seien wir ehrlich: Wenn Sie eine URL wie „https://cutepups.com/the-most-adorable-husky-puppies-ever“ sehen, MÜSSEN Sie einfach daraufklicken. Aus SEO-Sicht verbessert das die Klickrate (CTR), die Verweildauer und weitere Nutzersignale, da gezielt die richtigen Nutzer auf die passenden Seiten gelangen – statt sie mit kryptischen URLs wie „https://trip-table.kokage.cc/abc6_q.php?key=qowaaa“ abzuschrecken.
Wie genau sollten Sie also bei der Optimierung Ihrer URLs vorgehen und welche Best Practices gelten für die URL-Optimierung im Local SEO?
URLs Ihrer Website für Local SEO optimieren
#1 ccTLD vs. gTLD
Was eignet sich besser als Einstieg als die Top-Level-Domain Ihrer Website? Diese Entscheidung fällt zwar bereits beim Kauf der Domain(s) und ist streng genommen keine reine „URL-Optimierung“, hängt aber eng damit zusammen – daher verdient sie hier definitiv Erwähnung.
Falls Ihnen die Begriffe nicht geläufig sind: gTLD steht für generische Top-Level-Domain, während ccTLD für länderspezifische Top-Level-Domains (country-code Top-Level-Domain) steht. Domains mit Endungen wie .com, .org, .net usw. sind gTLDs und, wie der Name sagt, generisch. Domains mit Endungen wie .fr, .de, .uk usw. sind ccTLDs, da sie das jeweilige Land der Domain angeben.
Da stellt sich die Frage: „Welche Variante sollte ich für mein Unternehmen wählen?“ So treffen Sie die richtige Entscheidung:
Wann Sie gTLDs nutzen sollten:
Wenn Sie nur eine Website für Ihr Unternehmen betreiben, ist eine gTLD wie .com meist die beste Wahl (es sei denn, Sie sind ausschließlich in einer einzelnen Region aktiv). Viele SEO-Experten sind überzeugt, dass die Migration zu gTLDs zu besseren organischen Rankings führt – auch wenn dies, wie fast alles im SEO, viel diskutiert wird. gTLDs sind ein hervorragender Ausgangspunkt, besonders weil sie sich später flexibel anpassen lassen, wenn Sie Vertrieb und Geschäftstätigkeit Ihres Unternehmens künftig auf weitere Regionen ausweiten.
Wann Sie ccTLDs nutzen sollten:
Als Faustregel gilt: Vermeiden Sie ccTLDs unbedingt, wenn Sie nur eine einzige Website betreiben. ccTLDs können zwar die Klickrate lokaler Nutzer steigern, aber Google hat bestätigt, dass die TLD kein direkter Ranking-Faktor für lokale Suchanfragen ist. Dennoch ist eine ccTLD eine starke Option, wenn regionale Teams in Ihrem Unternehmen jeweils eine eigene Website betreiben. KFC nutzt diese Methode der lokalen Optimierung bereits seit Langem.
Mehr zu strategischen Domain-Entscheidungen für Local SEO erfahren Sie in diesem Beitrag.
#2 Subdomains und Unterordner für Local SEO nutzen
Wenn Ihr Markenname generell viel Such-Traffic verzeichnet, hilft es enorm, diesen über Ihre Domain-URL abzufangen. Leider können Sie nicht ständig neue Domains registrieren, um neue Suchbegriffe abzudecken oder Ergebnisse zu lokalisieren – das schadet Ihnen langfristig nur.
Hier kommen Subdomains und Unterordner ins Spiel. Schauen wir uns an, was sie unterscheidet und wie sie Ihrem Unternehmen nützen.
So nutzen Sie Subdomains und Unterordner für Local SEO:
Die Subdomain einer Seite oder URL ist der Teil, der dem Domainnamen direkt vorangestellt ist. In der URL „https://usa.examplecompany.com“ bezeichnet beispielsweise der Begriff „blog“ die Subdomain innerhalb der Domain examplecompany.com.
Unterordner hingegen sind die Pfade, die direkt auf den Schrägstrich („/“) nach der Domain-URL folgen. In https://examplecompany.com/usa/ ist „usa“ der Unterordner, zu dem die aufgerufene Seite gehört.
Brauchen Sie 14 Fallstudien als Beleg für die Behauptung:
Wechsel von Subdomain -> Unterordner steigert (fast immer) den Such-Traffic
Wechsel von Unterordner -> Subdomain verringert (fast immer) den Such-Traffic
Ich habe da was für Sie. Thread /1— Rand Fishkin (@randfish) March 14, 2018
In der Branche gilt die Faustregel, dass Unterordner statt Subdomains SEO-Vorteile bringen. Dennoch gibt es erfolgreiche Unternehmen, die beide Ansätze nutzen.
Burberry setzt beispielsweise vor allem auf Subdomains zur Lokalisierung der Website, während Nike Unterordner nutzt.
Lokale Keywords in Subdomains oder Unterordnern helfen Ihnen, bei lokalen Suchanfragen zu ranken, und stellen zudem ein direktes Ranking-Signal dar. Sehen Sie sich dazu diese Grafik von Moz an:
Dies verdeutlicht, wie SEO-freundliche URLs für Ihre Seiten aufgebaut sein sollten. Betreiben Sie beispielsweise ein Restaurant und verfassen einen Artikel über die zehn besten Cafés in Kalifornien, um Ihre dortige Filiale zu bewerben, unterstützt eine URL-Struktur wie https://restaurant.com/california/ten-best-restaurants-to-visit Ihr Ranking für lokale Keywords effektiv. Alternativ können Sie auch eine Struktur wie https://california.restaurant.com/top-ten-restaurants-to-visit wählen. So segmentieren Sie Ihre Website für jeden Standort und optimieren sie zugleich für lokale Keywords.
Subdomains und Unterordner sind eine hervorragende Möglichkeit, Ihre Marke(n) für mehrere lokale Keywords zu optimieren, ohne dafür jeweils neue Domains anlegen zu müssen.
#3 Store-Locator-Seiten
Wenn Sie die Website eines Unternehmens optimieren, das mehrere Filialen und physische Standorte weltweit betreibt, müssen Sie unbedingt eine Store-Locator-Seite auf Ihrer Website bereitstellen.
Eine solche Seite reduziert nicht nur die Komplexität Ihrer Seitenarchitektur, sondern dient Ihren Nutzern auch als zentrale Anlaufstelle, um Ihre Standorte zu finden. Shake Shack hat einen hervorragenden Store Locator – nehmen wir diesen als Beispiel.
Besonders überzeugend an diesem Store Locator ist die klare URL-Struktur. Unter [https://www.shakeshack.com/locations/](https://www.shakeshack.com/locations/) sehen Nutzer sofort eine Karte sowie eine Übersicht aller Standorte von Shake Shack. Nach einem Klick auf einen Standort erscheint Folgendes:
Die URL-Struktur folgt dem einfachen, geradlinigen Format [https://businessname.com/locations/location-1-with-city-name-etc](https://businessname.com/locations/location-1) – skalierbar und leicht zu pflegen. Noch besser ist der inhaltliche Aufbau der Store-Locator-Seite: Sie liefert alle relevanten lokalen Unternehmensdaten wie Öffnungszeiten, Adresse etc. und bietet ein interaktives Karten-Widget mit Routenplaner direkt zum Standort.
Und wie wirkt sich die URL-Struktur hier auf das Local SEO von Shake Shack aus? Sehen Sie selbst, was passiert, wenn Sie bei Google nach „birmingham shake shack“ suchen.
Ein alternativer Ansatz wäre ein Format wie [https://www.shakeshack.com/countries/locations/location-optimized-for-local-keywords](https://www.shakeshack.com/countries/locations/location-1), um sowohl die UX als auch das Local SEO zu stärken. In jedem Fall leistet Shake Shack hervorragende Arbeit bei der Erstellung lesbarer, optimierter URLs für lokale Keywords. Werfen Sie einen Blick auf die Store-Locator-Seiten anderer Websites wie McDonald’s, KFC, Arby’s usw., um die verschiedenen Lösungsansätze zu vergleichen. Aber Vorsicht – nicht alle setzen auf wirklich ansprechende URLs.
Best Practices für URLs
#1 Groß- und Kleinschreibung
Bei URLs wird zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden (Case Sensitivity). Als Best Practice gilt daher, für Webseiten durchgehend Kleinbuchstaben zu verwenden. Dafür gibt es zwei entscheidende Gründe:
- Sie vermeiden fehlerhafte Weiterleitungen. Wenn die meisten URLs Ihrer Website kleingeschrieben sind und nur ein oder zwei Großbuchstaben enthalten (wie https://example.com/About/), kann das zu 404-Fehlern führen, sobald jemand intern oder extern auf die rein kleingeschriebene Version (https://example.com/about/) verlinkt. Domain-Namen sind standardmäßig nicht case-sensitive (https://ExAmPlE.com leitet automatisch auf https://example.com weiter), Unterordner hingegen schon. Ihr Browser liest https://example.com/About/ und https://example.com/about/ daher als zwei völlig unterschiedliche URLs.
- Das zweite Problem (30 häufige Local-SEO-Probleme und ihre Lösungen) ist tückisch und kann Ihrem SEO schaden. Wenn Sie mehrere Versionen derselben Webseite auf Ihrer Domain betreiben (wie https://example.com/About/ und https://example.com/about/, jeweils mit identischem Inhalt) und keine Weiterleitungen einrichten (mehr dazu im nächsten Punkt), werten Suchmaschinen diese Seiten möglicherweise als Duplicate Content. Dies kann zu Abwertungen führen und Ihre Rankings in den Suchergebnissen beeinträchtigen.
Gut zu wissen: Manche Content-Management-Systeme wie WordPress ignorieren die Groß- und Kleinschreibung standardmäßig. Die Wahl eines solchen CMS kann Ihnen künftige Probleme ersparen.
#2 Canonical-URLs und Weiterleitungen
Um Probleme mit doppelten Inhalten zu vermeiden und das Local SEO Ihrer Website zu verbessern, bieten sich Canonical-URLs und 301-Weiterleitungen an.
Der Hauptunterschied: Canonical-URLs signalisieren Suchmaschinen, welche Version einer Webseite die bevorzugte ist, wenn mehrere Varianten existieren. 301-Weiterleitungen hingegen leiten Nutzer direkt auf eine andere Zielseite um.
Sehen wir uns das im Detail an.
Nehmen wir an, Ihre Startseite ist unter mehreren URLs erreichbar (https://example.com, https://example.com/index.html usw.). Sie möchten den Suchmaschinen-Crawlern mitteilen, dass dies beabsichtigt ist und ausschließlich https://example.com indexiert werden soll. In diesem Fall setzen Sie ein Canonical-Tag im -Bereich der Seite ein (z. B. <link rel=”canonical” href=”https://example.com”/>), um Rankingverluste durch doppelte Versionen unter verschiedenen URLs zu vermeiden.
Eine 301-Weiterleitung nutzen Sie hingegen, wenn Nutzer beim Klick auf einen Link direkt auf eine andere Seite geführt werden sollen. Ein typisches Szenario: Sie erstellen eine aktualisierte Version einer alten Seite, die bereits gut rankt. Richten Sie in diesem Fall einen Redirect von https://example.com/old-page-that-ranks zu https://example.com/new-page-that-you-hope-ranks ein. So wird der gesamte Traffic der alten Seite automatisch auf die neue weitergeleitet.
Mehr über Weiterleitungen und Canonical-URLs erfahren Sie hier.
#2 Keyword-Stuffing vermeiden
Achten Sie darauf, nicht mehr als ein Keyword in Ihrer URL zu platzieren. Unnötige Wiederholungen und Keyword-Stuffing in URLs wirken auf Suchmaschinen wie ein Manipulationsversuch – mit entsprechenden Abstrafungen für Ihre Website. Das schadet Ihren Rankings und Ihrem SEO natürlich spürbar.
#3 URLs in Ihre Keyword-Strategie einbinden
Optimieren Sie Title-Tags, H1-Überschriften und Meta-Descriptions konsequent auf dasselbe Keyword. Das erhöht die Chancen, für das passende Keyword in Suchmaschinen zu ranken. Meta-Descriptions sind zwar kein direkter Rankingfaktor mehr, helfen Nutzern aber nach wie vor zu verstehen, worum es auf der Seite geht.
Wenn Sie beispielsweise für das Keyword „calabasas coffee shop“ ranken möchten, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:
Format des Title-Tags:
Nutzen Sie ein Format wie dieses, um Ihre Webseite für Ziel-Keywords zu optimieren:
*Artikeltitel* – Brand Name | Calabasas Coffee Shop
Dieses Format funktioniert aus zwei Gründen:
- Der erste liegt auf der Hand: Jeder Artikel hat ein Ziel-Keyword. Wenn der Artikeltitel samt Fokus-Keyword im Title-Tag steht, verbessert das die Chancen auf gute Positionen in den SERPs.
- Der zweite Grund: Sie integrieren „Calabasas Coffee Shop“ in den Titel jeder einzelnen Seite. Ein lokales Ziel-Keyword im Title-Tag positioniert Ihre Marke bei Nutzern klar als Coffee-Shop in Calabasas und deckt gleichzeitig das Keyword „calabasas coffee shop“ ab.
Ihr Title-Tag ist das Erste, was Suchende sehen – formulieren Sie ihn daher mit Bedacht. Mehr zur Optimierung von Title-Tags erfahren Sie in diesem Beitrag.
Format der Meta-Description:
Achten Sie darauf, dass Ihre Meta-Description 160 Zeichen nicht überschreitet und lokale Keywords enthält. Sie sollte kurz und prägnant erklären, was Besucher auf der Seite erwartet.
H1-Überschrift:
Die H1-Überschrift ist der Haupttitel, den Nutzer beim Aufrufen der Seite sehen (sofern Sie nichts anderes konfiguriert haben). Ein klares, gut lesbares Format – meist schlicht der „*Artikelname*“ – funktioniert hier am besten.
URL-Struktur:
Enthält Ihre URL-Struktur relevante Ziel-Keywords, steigen Ihre Rankingchancen für lokale Suchanfragen. Eine Struktur wie „https://businessname.com/article-name-in-calabasas-coffee-shop/“ ist hier genau richtig.
Wie geht es weiter?
Damit sind wir am Ende unseres Leitfadens zur URL-Optimierung für Local SEO im Enterprise-Bereich angelangt. Abonnieren Sie unseren Blog-Newsletter, damit Teil 3 dieser Reihe direkt in Ihrem Posteingang landet!