Lokales Marketing

7 Phygital-Tipps, mit denen sich Ihre lokale Marke abhebt

Niladri · 23. Dezember 2021 · 7 Min. Lesezeit

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DIE NÄCHSTE WEIHNACHTSSAISON IST DA!!!

Doch dieses Mal war alles anders…

Die Kundschaft erwacht langsam aus der Pandemie-Starre – weg vom Sofa und den ständigen Amazon-Bestellungen. Man könnte meinen, dass angesichts der neuen Omikron-Welle die meisten Menschen lieber zu Hause bleiben würden. Doch weit gefehlt: Am Super Saturday stieg die Kundenfrequenz im Vergleich zu 2020 um 19.4%.

Diese neue Kundengeneration nach der Pandemie ist deutlich anspruchsvoller. Sie möchte lokal einkaufen. Und auch wenn die Menschen sich nach Normalität sehnen und unbeschwert in ihre Lieblingsgeschäfte spazieren möchten – ohne Desinfektionsmittel im Anschlag und Ersatzmasken in der Tasche –, erwarten sie gleichzeitig ein phygitales Einkaufserlebnis.

Die wenigsten wissen genau, was das bedeutet, aber sie wollen es – garantiert. Es ist Ihre Aufgabe, Ihre Kundschaft zu begeistern und künftigen Trends immer einen Schritt voraus zu sein. Und eines ist sicher: Die Zukunft des stationären Handels ist phygital.

Bringen wir also Licht ins Dunkel.

Was bedeutet Phygital?

Der Begriff setzt sich ganz einfach aus physisch und digital zusammen. Doch im Marketing steckt hinter Phygital weit mehr als nur ein cleveres Wortspiel.

Phygital bezeichnet die nahtlose Verschmelzung physischer und digitaler Räume zu einer völlig neuen Erlebniswelt. Das kann so simpel sein wie die Online-Bestellung von Essen zur Abholung vor Ort – oder so fortschrittlich wie ein Store ganz ohne Kassenbereich, bei dem man die Ware einfach mitnimmt, wie etwa bei Amazon Go.

Phygital ist zweifellos ein zentraler Trend. Sehen wir uns genauer an, warum er für Sie entscheidend ist.

Warum Phygital für Ihre Marke unverzichtbar ist

Wir leben in einer Zeit, in der Convenience an erster Stelle steht: Ganze 97% der Verbraucher haben einen Kauf abgebrochen, weil er „nicht bequem genug“ war. Eine deutliche Zahl, die erahnen lässt, wie teuer mangelnder Komfort werden kann.

Und die Daten zeigen klar, dass Kunden eine phygitale Experience bevorzugen:

Kurz gesagt: Wenn Sie ein lokales Unternehmen führen, sollten Sie unbedingt auf phygitale Strategien setzen.

Erstens möchten die Menschen wieder vor Ort kaufen – das heißt, sie wollen Ihr Geschäft betreten. Trotz Omikron. Welchen Grund gäbe es sonst, online nach einem Geschäft „in meiner Nähe“ zu suchen?

Zweitens sind Prozesse, die langes Schlangestehen oder physischen Kontakt beim Bezahlen überflüssig machen, längst kein vorübergehender Trend mehr. Sie sind zum festen Standard geworden – beschleunigt durch die Pandemie.

Drittens bevorzugen Kunden Geschäfte, die ihnen flexible Optionen bieten. Hier geht es nicht nur um Bequemlichkeit, sondern auch um Ihre Markenwahrnehmung: Wer auf phygitale Angebote verzichtet, wirkt schnell rückständig.

Wie schaffen Sie also ein herausragendes phygitales Shopping-Erlebnis für Ihre Kundschaft?

Tipps für ein besseres phygitales Kundenerlebnis

Nicht jedes Unternehmen verfügt über das Budget für High-End-Technologien wie Amazon. Doch mit den folgenden Schritten können Sie das Kundenerlebnis bereits spürbar optimieren.

#1. Halten Sie Ihre Bestandsdaten in Echtzeit aktuell

Stellen Sie sich vor: Sie suchen kurz vor knapp nach einem dringend benötigten Artikel für die Feiertage. „Auf Lager!“, heißt es online. Erleichtert eilen Sie ins Geschäft – nur um vor Ort festzustellen, dass das Produkt längst ausverkauft ist.

Ein solches Erlebnis verärgert Kunden nachhaltig und schadet dem Vertrauen in Ihre Marke.

Da BOPIS im phygitalen Handel eine zentrale Rolle spielt, müssen Ihre Bestände immer präzise synchronisiert sein. Das gelingt Ihnen so:

  • Nutzen Sie ein modernes POS-System (Point of Sale) mit integrierter Bestandsverwaltung.
  • Übertragen Sie Ihre Bestandsdaten in ein PIM-System (Product Information Management). Das ist der bewährte Standard, um Produktdaten effizient auf Ihren E-Commerce-Kanälen bereitzustellen.

Target zeigt, wie die Bestände von Partnern und Eigenmarken zuverlässig synchronisiert werden:

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Mehr als die Hälfte der Shopper prüft vor dem Besuch im Geschäft online, ob ein Artikel tatsächlich verfügbar ist. Enttäuschen Sie diese Erwartung nicht.

#2. Veröffentlichen Sie Live-Bestände auf Drittplattformen

Ebenso wichtig wie aktuelle Bestandsdaten im eigenen Online-Shop ist deren Sichtbarkeit auf externen Plattformen – ein starker Hebel für Ihr Marketing.

Der Vertrieb über verschiedene Kanäle verschafft Ihrer Kundschaft maximale Flexibilität, da man Sie auf den bevorzugten Plattformen findet. Eine gezielte Omnichannel-Präsenz ist der Schlüssel zu einer starken phygitalen Marke.

Typische Plattformen, die Sie für den Vertrieb nutzen sollten:

  • Google mit dem Merchant Center, damit Suchende Ihre Produkte sofort finden
  • Facebook mit geschäftlichen Konten für direkte Käufe innerhalb der App
  • Target mit seinem Lieferantenprogramm für nahtlose Einkaufserlebnisse
  • Und natürlich Amazon mit dem Seller-Programm, das viele operative Hürden im Vertrieb abnimmt

Über solche Plattformen bleiben Ihre Bestände transparent und aktuell. Amazon zeigt Kundinnen und Kunden beispielsweise exakt an, wie viele Einheiten noch vorrätig sind, wenn der Vorrat knapp wird:

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Das Ziel lautet immer: unkompliziertes Click & Collect.

#3. Setzen Sie auf standortbasierte Push-Nachrichten

Eine smarte Möglichkeit, Kundschaft in die phygitale Welt zu holen: Schaffen Sie am physischen Standort ein digitales Erlebnis – sei es über QR-Codes, digitale Coupons, mobile Kundenkarten oder Gutscheine. So halten Sie die Bindung zu Ihrem Unternehmen hoch.

Ein klassisches Beispiel aus der Gastronomie: Gäste scannen einen QR-Code, um direkt zur digitalen Speisekarte zu gelangen.

#4. Etablieren Sie eine Rewards-App

Ein idealer Weg, um Gamification in Ihre phygitale Strategie einzubinden. Über eine eigene Treue-App sammeln Kunden bei jedem Einkauf Punkte, die später in Prämien umgewandelt werden.

Kaffeefans kennen dieses Prinzip aus der Starbucks-Rewards-App:

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Die App verknüpft das digitale Angebot mit dem Store-Besuch: Man sieht das Menü, den aktuellen Punktestand und exklusive Angebote. Und viele Menschen nehmen für ein solches Erlebnis gerne einen kleinen Umweg in Kauf – die Treuepunkte lohnen sich schließlich!

#5. Richten Sie ein Google My Business-Konto ein

Ein vollständiges Google My Business-Profil ist Pflicht: Unternehmen mit lückenlosen und korrekten Einträgen weisen eine um 50% höhere Kaufwahrscheinlichkeit auf. Die Bedeutung liegt auf der Hand: Sie steuern damit Ihre gesamte Präsenz in der Google-Suche und auf Google Maps.

Verbraucher suchen tagtäglich auf Google Maps nach dem besten Sushi-Restaurant in ihrer Nähe. Ihr Profil ist Ihr digitales Aushängeschild: Sorgen Sie dafür, dass es optimiert ist, und laden Sie hochwertige Fotos hoch, um Interessenten direkt zu überzeugen.

#6. Seien Sie auf Social Media aktiv

Aktivität auf Social Media zeigt, dass Ihnen der Austausch mit Ihrer Kundschaft wichtig ist. So verankern Sie Ihre Marke direkt in deren Alltag.

Passend zu Ihrem Angebot können Sie unterschiedlichste Themen aufgreifen. Hier einige Ideen:

    • Gutscheine, die vor Ort im Store eingelöst werden können
    • Gewinnspiele, um Interaktionen zu fördern
    • Fragen, um nahbarer zu wirken
    • Saisonale Produkte, damit Ihre Kunden wissen, was vorrätig ist
    • Neuheiten, die bald erscheinen

Es kann so simpel sein wie eine kurze Ankündigung – so wie Patagonia im Oktober für Eintausch-Guthaben geworben hat.

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Seien Sie kreativ, beantworten Sie Fragen oder setzen Sie auf Humor. Wichtig ist vor allem, dass Ihre Marke im Leben Ihrer Zielgruppe präsent bleibt.

#7. Bieten Sie ein Augmented-Reality-Erlebnis im Store

Das ist kostspielig … aber wenn das Budget da ist: Warum nicht?

Augmented Reality (AR) bringt digitale Reize in die physische Welt – wenn das nicht nach Phygital schreit, was dann?

AR hilft Marken inzwischen dabei, Interaktionen und sogar Kaufentscheidungen anzukurbeln. Kunden lieben innovative Erlebnisse – manche kommen sogar genau deshalb in Ihr Geschäft. Ein hervorragendes Beispiel ist der magische Spiegel, den Lemon&Orange für eine Timberland-Kampagne entwickelt hat:

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Sie platzierten einen Spiegel vor dem Store, mit dem Passanten Kleidung digital anprobieren konnten. Man kann sich die Schlange vor dem Laden lebhaft vorstellen, nur um diesen Spiegel auszuprobieren.

Was kommt als Nächstes?

Beginnen Sie damit, eine phygitale Strategie für Ihr Unternehmen umzusetzen – selbst wenn Sie klein anfangen.

Innovation ist der einzige Weg nach vorn. Marken, die nicht mitziehen, riskieren, Kunden zu verlieren oder als veraltet abgestempelt zu werden. Die Pandemie hat kleine Unternehmen ins Netz gezwungen – wer damals nicht mitgezogen ist, hatte schwer zu kämpfen oder musste schließen.

Seien Sie nicht die Marke, die Neuerungen zu lange verschleppt hat und nun krampfhaft versucht, die jüngere Zielgruppe mit lahmen Memes zu halten. Und damit am Ende doch scheitert …

Setzen Sie solche Strategien für Ihre Marke bereits ein? Oder nutzen Sie ganz andere Ansätze?

Schreiben Sie es unten in die Kommentare und teilen Sie Ihre Erfahrungen.

Niladri

Niladri ist Digital Marketer von Beruf und Möchtegern-Saucier. Er beschäftigt sich seit 2004 mit Local SEO und liebt es, Unternehmen dabei zu helfen, ihre Online-Präsenz auszubauen. Er war außerdem der erste Mitarbeiter bei Synup.

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