Googles Umbruch bei Einträgen, Social-Links auf GBP und Aktuelles zu SGE
Google meint es meistens gut – schafft es aber selten, ein Update oder neue Richtlinien auszurollen, ohne Unternehmen vor den Kopf zu stoßen. Betriebe investieren monatelang enorme Ressourcen, um sich Top-Platzierungen in den Suchergebnissen zu sichern, nur um durch ein Update wieder zurückgeworfen zu werden. Das jüngste Aufräumen bei den Google-Unternehmenseinträgen hat viele lokale Betriebe kalt erwischt – allen voran Service Area Businesses (SAB).
Warum greift Google ausgerechnet jetzt durch? Hätte man dem Ganzen nicht früher einen Riegel vorschieben müssen? Laut Branchenexperte Mike Blumenthal war Google sich der weit verbreiteten Missbräuche schon lange bewusst. Man hat es schlicht laufen lassen. „Jetzt, da sie faktisch ein lokales Monopol haben und unter scharfer behördlicher Beobachtung stehen, impfen sie den Index anscheinend endlich dagegen“, so seine Einschätzung.
Die Bereinigung begann bereits vor einigen Jahren und hat seitdem deutlich an Fahrt aufgenommen. Vor rund einem Jahr machten gesperrte Einträge fast die Hälfte aller Diskussionen im Forum von Google Business Profile (früher Google My Business) aus.
Sollten Sie sich Sorgen machen? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Es gibt jedoch einige wichtige Punkte, die Sie kennen sollten – sei es zur Vorbeugung oder um im Ernstfall schnell gegenzusteuern.
Was will Google damit bezwecken?
Unzählige Einträge in GBP erfüllen nicht einmal die Grundvoraussetzungen für legitime Unternehmen. Viele davon sind gar keine echten Betriebe und gehören weder in GBP noch auf Google Maps.
Manche Akteure nutzen Spam-Einträge, um das System auszutricksen und die Konkurrenz zu verdrängen – etwa durch dutzende Einträge, die alle auf dieselbe Website verlinken. Zudem existieren viele GBP-Einträge mit falschen oder schlicht erfundenen Adressen.
Google nimmt nun alle Einträge genau unter die Lupe. Selbst kleine Unstimmigkeiten gelten als schwerwiegende Verstöße und lösen erneute Verifizierungen aus. Kurz: Google tut alles, um dubiose Profile von GBP fernzuhalten. Zugegeben, dieser Bereinigungsprozess ist mühsam. Doch es ist der Preis für faire Wettbewerbsbedingungen.
Ein Schritt des neuen Verfahrens ist die Videoverifizierung, die deutlich fälschungssicherer ist als der frühere Postkartenversand. Das kann besonders bei vielen Standorten aufwendig sein. Auf der anderen Seite vereinfacht Google die Wiederherstellung gesperrter Einträge, etwa durch optimierte Formulare. Zudem gibt es nun eine 7- bis 14-tägige Beobachtungsphase: Neu verifizierte Einträge dürfen in dieser Zeit keine größeren Änderungen vornehmen oder neue Bilder und Beiträge veröffentlichen.
Seien Sie darauf vorbereitet, Ihre geschäftliche Legitimität jederzeit nachzuweisen. Halten Sie offizielle Registrierungsdokumente und Steuerunterlagen bereit. Stellen Sie sicher, dass Ihre Website vollständig indexiert ist und Sie bei vertrauenswürdigen Daten-Aggregatoren wie Localeze, DataAxle etc. gelistet sind.
Social-Media-Profile zu Google Business Profiles hinzufügen: Jetzt ganz unkompliziert
Wer bisher versucht hat, Social-Media-Profile in seinem Google Business Profile zu hinterlegen, suchte vergeblich nach einer passenden Option.
Nun hat Google eine Funktion eingeführt, mit der Sie Ihre Social-Media-Profile manuell als Links in Ihrem Unternehmensprofil hinterlegen können.
Dieses Update kommt wie gerufen: Bisher wurden diese Links automatisch generiert – oft mit fehlerhaften Verlinkungen, die sich manuell nicht korrigieren ließen.
Social-Media-Links korrekt mit GBP zu verknüpfen, erforderte früher reichlich Aufwand auf der eigenen Website, Schema-Markup und nicht selten eine Portion Glück. Genau das ändert sich jetzt mit dem Update für GBP.
Um Ihre Social-Media-Links zu bearbeiten, rufen Sie einfach die neue Profilverwaltung auf, wählen Sie „Profil bearbeiten“, wechseln Sie zum Bereich „Kontakt“ und fügen Sie Ihre Profile hinzu. So einfach ist das!
Klingt gut? Das ist noch nicht alles. Das Update bindet auch Ihre Social-Media-Beiträge nahtlos ein. Bei neuen Beiträgen gibt es eine automatisierte Überprüfung von etwa 10 Sekunden, bevor sie live gehen.
Aktuell unterstützt das Update Facebook, Instagram, X (früher Twitter), YouTube, Tik Tok, LinkedIn und Pinterest.
Google gibt für jede Plattform ein bestimmtes URL-Format vor. Achten Sie darauf, diese Vorgaben einzuhalten.
Ein erster Blick auf SGE für die lokale Suche
Googles Search Generative Experience steht in den Startlöchern, um die Websuche grundlegend zu verändern. Noch steckt die Technologie allerdings in den Kinderschuhen – jedes Suchergebnis enthält den Hinweis „Generative KI ist experimentell. Qualität der Angaben kann variieren.“ Der Rollout von SGE befindet sich derzeit noch in der Beta-Phase; der Zugriff ist über die Google Labs-Seite möglich.
Wir waren besonders gespannt, wie sich SGE auf die lokale Suche auswirkt, und haben die Entwicklung intensiv getestet und analysiert.
Ein Feature von SGE, das Local SEO spürbar beeinflussen könnte, sind die Karussells. Bei regulären Suchen zeigen diese Karussells Website-Auszüge. Doch wie sieht das bei lokalen Suchanfragen aus?
SEO-Experte Andy Simpson machte eine interessante Entdeckung bei einem lokalen SGE-Snapshot für die Suchanfrage „New Orleans personal injury lawyer“: Der Snapshot enthielt gleich zwei Karussells mit einer beachtlichen Zahl an Thumbnails.
Eines der Karussells war unter einem Dropdown-Pfeil oben im Snapshot versteckt, während das andere wie gewohnt oben rechts erschien. Google experimentiert anscheinend mit verschiedenen Platzierungen – etwa am unteren Ende des Snapshots – und testet unterschiedliche Thumbnail-Mengen.
Auffällig bei diesem Suchergebnis war die starke Überschneidung beider Karussells. Das Karussell oben rechts mit ganzen 24 Thumbnails spiegelte im Grunde alle Einträge aus dem Hauptteil des Snapshots wider.
Das zweite Karussell unter dem Pfeil-Icon mit 20 Thumbnails bildete im Wesentlichen die Top-Ergebnisse der organischen Suche ab, wenn auch nicht in exakt derselben Reihenfolge. Sämtliche Ergebnisse aus dem Local Pack tauchten ebenfalls in diesem SGE-Snapshot auf – was zu reichlich Redundanz führte.
Es liegt auf der Hand, dass Google mit diesen Tests prüft, wie sich das Snapshot-Design auf das Klickverhalten der Nutzer auswirkt.
Benötigen Sie Unterstützung bei der Eintragsverwaltung Ihrer Google Business Profiles oder haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.