Google kündigt Gemini AI an, Öffnungszeiten als Ranking-Faktor und die Auswirkungen von GenAI auf Local SEO-Agenturen
Google schien zunächst ein zögerlicher Nachzügler im Bereich der generativen KI zu sein. Zwar experimentierte das Unternehmen bereits mit Bard (nach wie vor als KI-Experiment deklariert), doch mit dem vieldiskutierten Gemini steigt Google nun voll ein. Jeff Dean, Chief Scientist bei Google Deepmind – dem für Gemini verantwortlichen Entwicklungsteam –, verkündete den offiziellen Launch am 6. Dezember auf Twitter mit den Worten: „Es ist eines der größten wissenschaftlichen und technischen Vorhaben, die wir je in Angriff genommen haben.“
Google betont vor allem Geminis Stärken in Wissenschaft, Mathematik und Programmierung sowie die Multimodalität der Plattform – also die Fähigkeit eines generativen KI-Modells, Text, Bild, Audio, Video und Programmcode nahtlos zu verarbeiten.
Für besonderes Aufsehen sorgt jedoch, dass Gemini menschliche Experten im renommierten MMLU-Benchmark (Massive Multitask Language Understanding) in 57 Fachgebieten mit einem Wert von über 90 % übertrifft. Das erste GenAI-Modell, dem dieser Durchbruch gelingt!
Auch bei anderen Benchmarks soll Gemini führend sein: In 30 von 32 Tests schnitt das Modell besser ab als bisherige Systeme – darunter 10 von 12 Tests für Text und logisches Denken, 9 von 9 für Bildverständnis, 6 von 6 für Videoverständnis sowie 5 von 5 für Spracherkennung und Sprachübersetzung. Eine beeindruckende Leistung – zumindest auf dem Papier.
Gemini erscheint in drei Varianten: Ultra, Pro und Nano. Während Ultra das Spitzenmodell für hochkomplexe Aufgaben ist, wurde Nano für Geräte mit begrenzter Rechenleistung entwickelt – also für Endnutzer auf Mobilgeräten. Die Pro-Version ordnet sich dazwischen ein.
Einem Bericht von CNET zufolge löste Gemini eine Physikaufgabe, bestehend aus einem Diagramm und komplexen Gleichungen: Das Modell erfasste die Grafik, interpretierte sie fehlerfrei, extrahierte die nötigen Parameter und berechnete anhand der Formeln das korrekte Ergebnis. Ziemlich beeindruckend. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich Gemini in der Praxis gegen ChatGPT 4 und andere generative Modelle behauptet – zumal die Ultra-Version vorerst noch auf sich warten lässt.
Öffnungszeiten als Ranking-Faktor in der lokalen Suche
In letzter Zeit wurde viel darüber diskutiert, wie sich Öffnungszeiten auf lokale Rankings auswirken. Wir wollten wissen, ob und wie sich diese scheinbar kleine Angabe im Unternehmensprofil tatsächlich bemerkbar macht. Deshalb haben wir zahlreiche Tests auf Google Maps und in der Google Suche über verschiedene Gerätetypen hinweg durchgeführt.
Wie beeinflussen Öffnungszeiten also lokale Platzierungen? Angenommen, jemand sucht montags um 06:00 Uhr morgens nach „Zahnarzt in der Nähe“, die Praxis öffnet aber erst um 09:00 Uhr. Bisher spielte der Zeitpunkt der Suche keine Rolle: Das Profil behielt seine Position und wurde lediglich als „Geschlossen“ markiert. Nach dem neuen Update rankt das Unternehmen um 06:00 Uhr deutlich schlechter und steigt erst mit Geschäftsöffnung wieder auf seine reguläre Position. Dasselbe gilt für Wochentage.
Mehrere Local SEO-Profis haben ähnliche Tests durchgeführt und kamen zum selben Ergebnis. Darren Shaw von Whitespark twitterte zunächst, er sehe keine Auswirkungen – korrigierte sich jedoch kurz darauf: Über verschiedene Branchen hinweg ließen sich klare Ranking-Veränderungen beobachten, sobald die Öffnungszeiten angepasst wurden.
Auch wenn Danny Sullivan von Google nicht explizit bestätigt hat, dass der lokale Algorithmus angepasst wurde, stellte er klar, dass es sich hierbei um kein Core Update handelt.
Für den Moment gilt: Stellen Sie sicher, dass Ihre tatsächlichen Öffnungszeiten in Ihrem Google Business Profile und auf allen relevanten Plattformen stets aktuell hinterlegt sind, damit potenzielle Kunden Sie verlässlich finden.
Generative KI im Local SEO – Ein Jahr ChatGPT
Vor einem Jahr brachte OpenAI das bahnbrechende ChatGPT auf den Markt – und die Branche hat sich grundlegend verändert. Als Local SEO-Spezialisten, die sowohl Agenturen als auch lokale Unternehmen betreuen, werden wir von Kunden häufig gefragt, wie generative KI unsere Arbeitsweise beeinflusst. Besonders groß ist das Interesse beim Thema Contenterstellung.
Hier sind einige unserer wichtigsten Erfahrungen:
Vorweg: Nein, wir haben unser Content-Team nicht durch ChatGPT ersetzt! Und wir haben das auch in absehbarer Zukunft nicht vor. Zu Beginn dachten viele, KI könnte Texter überflüssig machen. Nach einem Jahr wissen wir: Davon sind wir weit entfernt.
Generative KI leistet vieles hervorragend, aber wir lassen sie keine 1.000-Wörter-Artikel zum Thema „So erstellen Sie herausragende GBP-Beiträge“ schreiben.
Stattdessen nutzen wir KI für die Themenfindung und Ideenentwicklung. Unsere Briefings lauten eher: „Nenne einige Ansätze für einen Post zu einem Aktionsangebot an Thanksgiving.“ Für dieses Brainstorming ist ChatGPT ein enorm effizientes Werkzeug. Unsere Autoren greifen die Ideen auf, reichern sie mit Kontext und Praxisbeispielen an und erstellen Inhalte, die Ihre Zielgruppe tatsächlich erreichen.
Für Bildmaterial nutzen wir Tools wie DALL-E, Adobe Firefly und Midjourney. Dabei achten wir sorgfältig darauf, dass die finalen Creatives keine Urheberrechte verletzen.
Jedes Tool hat seine eigenen Stärken: Adobe Firefly greift auf die eigene Stock-Bibliothek zu, was lizenzrechtliche Sicherheit bei realistischen Szenen bietet – etwa Fotos von Mitarbeitern im Büro. Midjourney liefert besonders detailreiche Ergebnisse, während DALL-E einfache Text-Prompts sehr präzise interpretiert und besonders schnell Ergebnisse liefert.
Abseits der Content-Erstellung setzen wir generative KI auch für operative Abläufe ein – beispielsweise zur Strukturierung von Kundenanforderungen oder zur Analyse umfangreicher Textmengen. Wie bei jedem neuen Prozess gilt jedoch: Jeder Use Case wird intensiv getestet, bis wir sicher sind, dass der KI-Einsatz echten Mehrwert bringt.